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Empfang des Kölner OB zum Flaggentag der Mayors for Peace

Text: Harald Fuchs, Foto: Klaus Müller

P1730231_1 - KopieAm 8. 7. 1996 erklärte der Internationale Gerichtshof in Den Haag die Anwendung von und die Drohung mit Atomwaffen für völkerrechtswidrig.
Um daran zu erinnern und das Bewußtsein über die Gefahr der Atomwaffen wach zu halten, findet am 8. 7. jeden Jahres der „Flaggentag“ der „Mayors for Peace“ statt (vgl. www.mayorsforpeace.de). An diesem Tag hissen viele Städte in Deutschland die Mayors-for-Peace-Flagge, um zu zeigen, daß sie für eine Welt frei von Atomwaffen eintreten.
Kölner Friedensgruppen, insbesondere der Hiroshima-Nagasaki-Arbeitskreis im Kölner Friedensforum, setzen sich seit Jahren dafür ein, daß sich die Stadt Köln an dieser Aktion beteiligt. Unter anderem wurde eine Bürgereingabe an den städtischen Ausschuß für Anregungen und Beschwerden eingereicht mit dem Ziel, die Flaggensatzung der Stadt so zu ändern, dass in Zukunft die Friedensfahne jedes Jahr am 8. 7. in Köln öffentlich gezeigt wird.
In diesem Jahr, dem 70. Jahrestag des Abwurfs der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki,
konnte sich die Stadt zwar immer noch nicht dazu durchringen, die Mayors-for-Peace-Flagge aufzuziehen, es fand aber erstmalig ein Empfang zu diesem Anlaß statt.
In Vertretung des OB hielt Bürgermeister Dr. Ralf Heinen im Muschelsaal des Rathauses vor den ehrenamtlich friedensengagierten Kölner Gästen eine Rede, in der er an die Opfer der beiden Atombomben erinnerte und die Notwendigkeit hervorhob, dazu beizutragen, dass die Regel eingehalten wird: „Cities are not targets“ (Städte sind keine Ziele). Er dankte auch den ehrenamtlich friedensengagierten Kölner BürgerInnen für Ihren Beitrag zur Unterstützung des Anliegens der „Mayors for Peace“.
Margarethe Menke trug mit einer Klangperformance auf dem Digeridoo mit künstlerischen Mitteln zur emotionalen Vertiefung dieser Botschaft bei.
Ursula Forner vom Hiroschima-Nagasaki-Arbeitskreis dankte dem Bürgermeister für die in dem Empfang und seiner Rede zum Ausdruck kommende Stellungnahme. Sie wies auf die inzwischen von über 100 Staaten (leider immer noch nicht von Deutschland) unterstützte „Austrian Pledge“ für die Ächtung und das Verbot aller Atomwaffen hin und brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass sich der Kölner OB häufiger als „Mayor for Peace“ zu erkennen gibt und häufiger den Dialog mit den Kölner Friedensgruppen pflegt.
Im Anschluß wurde die Mayors-for-Peace-Flagge im Muschelsaal und dann auch für einige Minuten vor dem Eingang des Rathauses entfaltet, was dort auch bei der gerade zufällig anwesenden japanischen Touristengruppe auf lebhaften Beifall stieß.
Abschließend wurde ein offener Brief Kölner Friedensgruppen an den OB übergeben
(vgl. www.friedenkoeln.de).
Mit Bedauern musste zur Kenntnis genommen werden, dass die Kölner Presse der Einladung des OB nicht gefolgt war. Ein Argument der Stadtverwaltung gegen eine Änderung der Kölner Flaggensatzung im von den Friedensgruppen gewünschten Sinne war, dass ein Empfang des OB öffentlichkeitswirksamer als ein öffentliches Aufziehen der Mayors-for-Peace-Flagge sei. Dieses Argument dürfte sich mit dem Verhalten der Kölner Presse in diesem Jahr erledigt haben. Das Anliegen einer Änderung der Kölner Flaggensatzung und der öffentlichen Beteiligung der Stadt am Flaggentag der „Mayors for Peace“ bleibt also bestehen und wird Bestandteil des anstehenden Dialogs Kölner Friedensgruppen mit den Kölner Ratsfraktionen bleiben.
Links zur Fotogalerie vom Flaggentags-Empfang im Kölner Rathaus (Fotos von Klaus Müller):
picasaweb.google.com
plus.google.com/photos/
Harald Fuchs

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